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Reiseziele

Fergana-Tal-Tour: Seidenstraßen-Handwerk und Kultur

Im Fergana-Tal entsteht usbekisches Kunsthandwerk noch von Hand: Ikat-Seide in Margilan, blau glasierte Keramik in Rischtan, Fliesen und Holzschnitzerei in den Palästen und Moscheen von Kokand. Dieser Ratgeber erklärt, was Sie in jeder Werkstatt sehen und wie Sie gut einkaufen.

TravelBliss-TeamAktualisiert am 19. Oktober 2026 ·4 Min. Lesezeit

Bergstraße mit Haarnadelkurven durch grüne Täler, dahinter schneebedeckte Gipfel
Wo
Taschkent
Reisedauer
2 Tage
Start
Taschkent
In diesem Reiseführer
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Margilan: die Seidenstadt
  3. Rischtan: blaue und türkise Keramik
  4. Kokand: das Handwerk der Khane
  5. Basare: Handwerk im Alltag
  6. Handwerk kaufen: was Sie wissen sollten
  7. Mit TravelBliss planen

Viele Reisende kommen wegen der Monumente nach Usbekistan; im Fergana-Tal sieht man die Hände, die dahinterstehen. Weber, Färber und Töpfer arbeiten hier mit Techniken, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden, in Werkstätten, die Besucher willkommen heißen. Dieser Ratgeber folgt dem Handwerk einer Fergana-Tal-Tour – Seide, Keramik und die dekorative Kunst von Kokand – und erklärt, worauf Sie achten sollten, damit ein Werkstattbesuch mehr wird als ein Einkaufsstopp.

Das Wichtigste in Kürze

  • Handwerksstädte: Margilan (Seide), Rischtan (Keramik), Kokand (Palast- und Moscheedekor).
  • Werkstätten auf unserer Tour: die Seidenfabrik Jodgorlik und die Medrese Said Achmad-Chodscha in Margilan; Haus und Werkstatt des Keramikmeisters Rustam Usmanov in Rischtan (Tourdaten).
  • Anerkennung: Die Arbeit des Margilan Crafts Development Centre zur Bewahrung der Atlas- und Adras-Weberei wurde 2017 in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
  • Zeitbedarf: 2 Tage ab Taschkent.
  • Geeignet für: Reisende mit Interesse an Textilien, Keramik, Design und lebendigen Traditionen.
  • Preise: hängen von Gruppengröße und Saison ab – siehe die Fergana-Tal-Tour oder fragen Sie uns.

Margilan: die Seidenstadt

Vom Kokon zum Faden

Die Seidenherstellung in Margilan beginnt mit Seidenraupen, die mit Maulbeerblättern gefüttert werden. In der Fabrik Jodgorlik verfolgen Sie den ganzen Prozess: Die Kokons werden gekocht, um den Faden zu lösen, dann werden feine Fäden von mehreren Kokons zugleich abgezogen und auf Spulen gewickelt. Es ist langsame, nasse, kunstfertige Arbeit, und der Raum, in dem sie geschieht, gehört zu den eindrücklichsten Orten der Tour.

Ikat: Atlas und Adras

Das Fergana-Tal ist für Ikat bekannt – Stoffe, deren Fäden vor dem Weben abschnittweise abgebunden und gefärbt werden, sodass das Muster erst beim Weben auf dem Webstuhl entsteht. Atlas ist die schimmernde Variante aus reiner Seide; Adras mischt Seide mit Baumwolle und ist schwerer. Die Farben werden aus natürlichen Mineralien und Pflanzen gewonnen, und die verschwommenen Ränder der Motive sind ein Zeichen der Handabbindung. 2017 würdigte die UNESCO das 2007 gegründete Margilan Crafts Development Centre, das diese Techniken wiederbelebt, als Vorbild guter Erhaltungspraxis.

Die Medrese der Handwerker

Die Medrese Said Achmad-Chodscha in Margilan ist keine Schule mehr; in ihren Zellen arbeiten Handwerker, die Teppiche und Seide weben. Sie zeigt, wie historische Gebäude im Tal bis heute Teil des Arbeitslebens sind.

Rischtan: blaue und türkise Keramik

Rischtan, eine Kleinstadt zwischen Kokand und Fergana, ist das berühmteste Keramikzentrum Usbekistans. Zwei Dinge prägen seine Töpferei. Das erste ist der örtliche rote Ton. Das zweite ist Ischkor, eine Glasur, die traditionell aus der Asche von Bergpflanzen hergestellt wird und der Keramik aus Rischtan ihr tiefes Blau und Türkis gibt. Die Muster sind meist floral und geometrisch und werden vor dem letzten Brand von Hand gemalt.

Auf unserer Tour besuchen Sie das Haus von Rustam Usmanov, einem Keramikmeister, dessen Werke auf internationalen Ausstellungen gezeigt wurden. Sie sehen die Töpferscheibe, das Bemalen und die Sammlung örtlicher Keramik der Familie. Nehmen Sie sich Zeit, nach den Glasuren und dem Aufbau eines Musters zu fragen; die Töpfer hier erklären ihre Arbeit gern.

Kokand: das Handwerk der Khane

Kokand, bis ins 19. Jahrhundert Hauptstadt des Khanats Kokand, zeigt das Handwerk des Tals im großen Maßstab. Der Palast von Chudojar Khan, vollendet 1871, ist mit glasierten Fliesen verkleidet und innen mit bemaltem Holz und geschnitztem Stuck geschmückt. In der Dschami-Moschee ruht ein langer Aiwan auf Reihen schlanker Holzsäulen. Nach den Werkstätten wird an diesen Bauten deutlich, wie Fliesenmacher, Holzschnitzer und Maler für fürstliche Auftraggeber zusammenarbeiteten. Geschichte und Aufbau der Stadt beschreibt unser Reiseführer zum Fergana-Tal.

Basare: Handwerk im Alltag

Das Handwerk im Tal ist kein Museumsstück. Auf dem traditionellen Markt von Margilan sehen Sie Ikat in Kleidern, Keramik in Küchen sowie Messer, Kappen und Stickereien, die für einheimische Kunden angeboten werden. Fällt Ihre Tour auf einen Donnerstag oder Sonntag, ergänzt der Kumtepa-Basar bei Margilan, der größte Markt im Ferganatal, die Reise um einen lebhaften Vormittag.

Handwerk kaufen: was Sie wissen sollten

  • Kaufen Sie, wenn möglich, in der Werkstatt: Sie sehen den Hersteller und wissen, woher das Stück stammt.
  • Handgebundener Ikat hat weich verschwommene Musterränder, bedruckte Imitate scharfe.
  • Echte Seide fühlt sich kühl und glatt an; lassen Sie sich im Zweifel die Faser zeigen.
  • Wickeln Sie Keramik in Kleidung und tragen Sie sie im Handgepäck.
  • Fragen Sie den Verkäufer, ob für ältere Stücke wie antike Teppiche oder Suzani ein Ausfuhrzertifikat nötig ist.
  • Nehmen Sie Bargeld in Landeswährung mit; kleine Werkstätten nehmen oft keine Karten.

Mit TravelBliss planen

Unsere 2-tägige Fergana-Tal-Tour ab Taschkent verbindet all diese Orte: Kokand und Rischtan am ersten Tag, Medrese, Markt und Seidenfabrik in Margilan am zweiten, mit einer Nacht in Fergana. Wir organisieren den Zug oder ein Auto über den Kamtschik-Pass, Reiseleiter und Fahrer sowie die Werkstattbesuche. Wenn Sie auch Papier- und Teppichherstellung bei Samarkand sehen möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zum Handwerk in Konigil und Urgut. Die Preise hängen von der Zahl der Reisenden und der Saison ab – siehe Tourseite oder fragen Sie uns.

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Fragen und Antworten

Für welches Handwerk ist das Fergana-Tal bekannt?

Vor allem für Ikat-Seide (Atlas und Adras) aus Margilan und blau glasierte Keramik aus Rischtan, außerdem für Teppiche, Holzschnitzerei und Stickerei.

Kann ich in Margilan sehen, wie Seide entsteht?

Ja. In der Seidenfabrik Jodgorlik sehen Sie den ganzen Prozess, vom Kochen der Kokons und Abhaspeln des Fadens bis zum Färben und Weben von Ikat auf Handwebstühlen.

Was macht die Keramik aus Rischtan besonders?

Der örtliche rote Ton und die Ischkor-Glasur, traditionell aus Pflanzenasche hergestellt, die der Keramik ihre blauen und türkisen Farben gibt.

Ist die Seide aus Margilan von der UNESCO anerkannt?

Die Arbeit des Margilan Crafts Development Centre zur Bewahrung der Atlas- und Adras-Weberei wurde 2017 in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele aufgenommen.

Wie viele Tage brauche ich für eine Handwerkstour im Fergana-Tal?

Zwei Tage ab Taschkent reichen für Kokand, Rischtan und Margilan, mit einer Nacht in Fergana.

TravelBliss-Team, Samarkand

Reiseveranstalter für Usbekistan und Tadschikistan mit Sitz in Samarkand. Privat-, Gruppen- und maßgeschneiderte Reisen seit 2016.

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